Auf den Spuren der Kastanien – ein Tag voller Entdeckungen 

Auf den Spuren der Kastanien – ein Tag voller Entdeckungen 

Am Freitag führte uns unser Weg in die Kastanienallee. Schon am Treffpunkt gab es jede Menge zu entdecken! Kaum angekommen, öffneten die Kinder ihre Taschen und Sammelbeutel und machten sich auf die Suche nach den ersten Kastanien. Große, kleine, knubbelige, glatte, flache und glänzende Exemplare wurden bestaunt und gesammelt. Auch die Kastanienschalen weckten unsere Neugier. Schnell entstanden gemütliche Sammelgruppen, in denen die Kinder gemeinsam die Umgebung erkundeten, ihre Fundstücke miteinander verglichen und sich über ihre Entdeckungen freuten.

Den Kastanienbaum mit allen Sinnen erforschen

Nachdem wir uns mit unserem Guten-Morgen-Lied begrüßt haben, widmeten wir uns unserem heutigen Naturthema: der Kastanie und dem Kastanienbaum. Jedes Kind durfte eine Kastanie aus dem eigenen Sammelbeutelchen nehmen, sie in der Hand halten und mit den Fingern erkunden. Mit gezielten Impulsfragen begleitete Larissa die Kinder dabei, die Eigenschaften ihrer Fundstücke zu erforschen: Fühlt sich die Kastanie glatt oder rau an? Ist sie fest oder weich? Welche Farbe hat sie? Wo entdecken wir einen hellen Fleck? Und sehen eigentlich alle Kastanien gleich aus?

Gemeinsam stellten wir fest, wie unterschiedlich die Kastanien aussehen können und wie viel es bereits bei einem so vertrauten Naturmaterial zu entdecken gibt. Durch das genaue Betrachten, Fühlen, Vergleichen und Beschreiben wurden die Sinneswahrnehmung, die sprachlichen Fähigkeiten und das bewusste Beobachten der Kinder angeregt.

Auch die stachelige Fruchthülle nahmen wir genauer unter die Lupe. Sie ist ganz schön pieksig! In ihr wachsen die Kastanien heran. Wenn die Früchte reif sind, öffnet sich die Hülle und die Kastanien fallen zu Boden.

Ein Kind hatte mit Phine im Gebüsch einen Ast gefunden. An diesem konnten wir sogar noch die Knospen erkennen. Alle Kinder durften den Ast und die Knospen in Ruhe betrachten. So wurde sichtbar, dass sich an einem Baum nicht nur die Früchte, sondern auch weitere spannende Entwicklungsmerkmale entdecken lassen.

Danach betrachteten wir den Stamm des Kastanienbaumes. Seine Borke fühlte sich rau und uneben an – ganz anders als eine glatte Oberfläche. Auch das Kastanienblatt weckte unsere Aufmerksamkeit. Wir zählten die einzelnen Teilblätter und kam auf sieben. Gemeinsam schauten wir uns die Blattform genauer an und entdeckten, wie sich die einzelnen Teile zu einem großen Kastanienblatt zusammenfügen. Schritt für Schritt erforschten wir so die verschiedenen Bestandteile des Kastanienbaumes. Die Kinder konnten eigene Beobachtungen einbringen, Fragen entwickeln und ihr Wissen über die Natur erweitern. Dabei wurde deutlich: Wer sich Zeit nimmt und genau hinschaut, kann selbst an einem bekannten Baum immer wieder etwas Neues entdecken.

Zum Abschluss unserer Entdeckerrunde hatte Larissa ein neues Fingerspiel vom Kastanienbaum vorbereitet. Mit großer Begeisterung machten alle mit – und weil es so viel Freude bereitete, spielten wir es gleich zweimal hintereinander. Dabei kullerten die Kastanien in unserer kleinen Geschichte vom Baum herunter und ließen unsere Finger lebendig werden.

Freispiel mit Kastanien

Bevor wir uns auf den Weg die Kastanienallee hinaufmachten, stärkten wir uns zunächst bei unserem gemeinsamen Frühstück. Anschließend wurde auf der Wiese noch fleißig gesammelt und gespielt.

Einige Kinder entdeckten ein Schwartenbrett und hatten sofort eine Idee: Daraus sollte eine Kastanienmurmelbahn entstehen! Gemeinsam probierten sie aus, wie die Kastanien über das Brett kullerten. Zunächst wurde es nur leicht schräg gehalten, dann immer steiler gestellt. Die Kinder beobachteten genau, wie sich die Kastanien bei unterschiedlichen Neigungen verhielten, und passten ihre Konstruktion entsprechend an. Ganz nebenbei wurden dabei erste physikalische Zusammenhänge erfahrbar: Je nachdem, wie steil das Brett lag, veränderte sich die Bewegung der Kastanien. Andere Kinder nutzten die Zeit für akrobatische Kunststücke und stapelten sich gegenseitig aufeinander. Es wurde gelacht, ausprobiert und gemeinsam überlegt, was möglich war. Dabei standen Bewegung, Körpergefühl, Gleichgewicht und das Miteinander im Mittelpunkt.

Unser Kastanienspaziergang 

Nun war es Zeit, die Rucksäcke zu packen und zu unserem Kastanienspaziergang aufzubrechen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg durch die Kastanienallee. Unter jedem Kastanienbaum legten wir einen kleinen Sammelstopp ein. Die Taschen füllten sich nach und nach mit großen, kleinen, glatten, glänzenden und besonders stattlichen Kastanien.

Mit wachen Augen suchten die Kinder den Boden ab, verglichen ihre Funde und freuten sich über besonders schöne Exemplare. Stück für Stück wanderten wir gemütlich die Straße hinauf. Der Spaziergang wurde dabei zu einer kleinen Entdeckungsreise, bei der Bewegung an der frischen Luft, Naturerfahrung und gemeinsames Erleben miteinander verbunden waren.

Kastanienkönig/in

Schließlich erreichten wir den Spielplatz. Dort versammelten wir uns zunächst im Kreis, denn Larissa hatte ein besonderes Kastanienspiel mitgebracht.

Wer wird Kastanienkönig oder Kastanienkönigin? Für das Spiel fanden sich zwei Spielpartner zusammen. Vor jedem Kind lagen zehn Kastanien. Abwechselnd wurde gewürfelt und die gewürfelte Zahl an Kastanien dem Gegenüber zugeschoben. Das Ziel war es, als Erstes alle eigenen Kastanien ausgespielt zu haben. Wer keine Kastanien mehr vor sich liegen hatte, wurde zum Kastanienkönig oder zur Kastanienkönigin gekrönt.

Mit großer Freude verfolgten die Kinder die Würfelrunden. Sie zählten die Kastanien, erkannten Mengen, verglichen Zahlen und überlegten, wie viele Kastanien sie weitergeben mussten. Ganz spielerisch wurden so mathematische Grunderfahrungen ermöglicht: abzählen, Mengen erfassen, Zahlen erkennen und erste Rechenoperationen wie das Addieren nachvollziehen. Auch das Teilen und das Einhalten von Spielregeln gehörten dazu. Gleichzeitig bot das Spiel zahlreiche Gelegenheiten, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten, aufeinander zu warten und sich gemeinsam über Erfolge zu freuen.

Glücksmomente der Woche

Für unseren Abschlusskreis kamen wir noch einmal zusammen. Unsere Redekastanie machte die Runde und half uns dabei, die Glücksmomente der vergangenen Woche einzusammeln. Jedes Kind bekam die Gelegenheit, einen schönen Augenblick zu teilen und noch einmal auf die Erlebnisse der vergangenen Tage zurückzublicken.

Danach durfte sich jedes Kind einen gemütlichen Platz in der warmen Herbstsonne suchen. Larissa las die Geschichte von der Glückskastanie und dem vergesslichen Eichhörnchen vor. Die Kinder machten es sich bequem, lümmelten in der Sonne und lauschten der Erzählung. Die ruhige Atmosphäre lud zum Träumen und Entspannen ein.

Zum Abschluss stärkten wir uns bei einem gemütlichen Sonnenpicknick und ließen unseren erlebnisreichen Tag gemeinsam auf dem Spielplatz ausklingen.

Was für ein kastanienreicher Tag! Wir haben gesammelt, geforscht, verglichen, gespielt, gerechnet, gelacht und Geschichten gelauscht. Die Kastanie war heute weit mehr als eine kleine Herbstfrucht: Sie wurde zum Forschungsgegenstand, zur Murmel, zum Spielmaterial und zum Anlass für gemeinschaftliche Erlebnisse. Und vielleicht nehmen die Kinder neben prall gefüllten Taschen auch die Erkenntnis mit nach Hause, dass die Natur voller kleiner Wunder steckt – man muss sich nur die Zeit nehmen, sie zu entdecken.